Altersgerechtes Bauen und Wohnen

Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung wird altersgerechtes Wohnen und Bauen zu einer wichtigen Zukunftsaufgaben. Die demografischen Daten für den deutschen Sprachraum lassen den Bedarf nach barrierefreiem Wohnraum klar erkennen: In der Schweiz waren 2005 16 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter, 2020 werden es 24 Prozent und 2050 bereits 28 Prozent sein. In Deutschland wird der Anteil der über 60-jährigen bis 2030 von 25 Prozent auf mehr als ein Drittel zunehmen,  2060 wird einer von drei Deutschen 65 oder älter sein. Auch in Österreich hat sich die Lebenserwartung in den letzten 20 Jahren deutlich erhöht. Sie liegt für Männer zurzeit bei 83 Jahren, für Frauen bei 77 Jahren. Bis 2050 ist ein Anstieg der Lebenserwartung auf 86 Jahre für Männer und 90 Jahre für Frauen zu erwarten. Der Anteil älterer Menschen steigt nicht nur. Zusätzlich bleiben Senioren immer länger fit und selbständig, worauf sich Bauen, Wohnen, Verkehr und Infrastruktur einstellen müssen.

Bis vor kurzer Zeit wurde bei Neubauten kaum daran gedacht, sie alters- und behindertengerecht auszustatten. Daher ist im Moment vor allem im Bereich der seniorengerechten Umbau- und Sanierungsmaßnahmen anzusetzen. Besonders wichtig sind barrierefreie Zugänge: Rampen für Rollatoren und Rollstühle im Eingangsbereich, Lifte für mehrstöckige Gebäude und ausreichend breite Türen sind nur einige unter vielen sinnvollen Umbaumaßnahmen. Auch in den Wohnungen selbst muss einiges getan werden, um sie altersgerecht auszugestalten. Erfahrungsgemäß passieren die meisten Unfälle im Bad. Deshalb sollten hier seniorengerechte Duschen, Badewannen und Sanitäranlagen eingebaut werden. In der Schweiz unterstützt unter anderem die Age Stiftung, die altersgerechte Gestaltung und Umrüstung von Wohnraum mit attraktiven Förderprogrammen. Die Stiftung unterstützt innovative Projekte in der deutschsprachigen Schweiz, die sich durch Multiplizierbarkeit und Nachhaltigkeit auszeichnen und kreative Lösungen für die Verbesserung der Wohnsituation älterer Menschen bieten. In Östtereich und Deutschland werden barrierearme Umbauten durc Förderprogramme der Regierungen unterstützt. Private Initiativen wie die des deutschen Wohnungskonzerns DAIG, die unter anderem die Einrichtung von Hausnotruf- und Telefondiensten zur Vermittlung von geprüften Hilfeleistungen vorsieht, warten in der Schweiz noch auf Nachahmer.

Quellen:

www.age-stiftung.ch

deutsche-annington-senioren.de