Dentalphobie - Angst vor dem Zahnarzt

Fast jeder Zehnte leidet unter irgendeiner Form von Dentalphobie – angefangen bei einer leichten Angst vor dem Zahnarzt und der dort erfolgenden Behandlung, über Ängste, die Schweißausbrüche und Panikattacken mit sich bringen, bis hin zu einer ausgewachsenen Phobie, die schon beim Gedanken an den Dentalmediziner Herzrasen und Panik aufkommen lässt. Es sind minimal mehr Frauen als Männer betroffen, und die meisten Menschen mit Dentalphobie sind jünger als vierzig Jahre. Soweit die statistischen Erhebungen.

Dentalphobie kann man eigentlich recht einfach bekämpfen. Umfragen unter Menschen mit leichter bis mittelschwerer Phobie ergaben, dass sich viele Angstpatienten eigentlich "nur" normale Verhaltensweisen von ihrem Dentalmediziner wünschen: Er soll aufklären was im Mund los ist und was er vorhat, welche Alternativen es gibt und was genau bei der Behandlung passiert, er soll zuhören können, Mitgefühl zeigen und möglichst schmerzfrei behandeln. Diese Ansprüche klingen gerechtfertigt und wären eigentlich von jedem Zahnarzt umsetzbar - nur ist dies nach Meinung vieler Angstpatienten in der Praxis eben leider nicht immer der Fall. Wer hier sicher gehen will kann sich an einen spezialisierten Angstpatient Zahnarzt wenden, der bewusst mit einem sehr starken Fokus auf Entspanung, Kommunikation und schmerzfrei Behandlungsmethoden arbeitet - gerechnet werden muss dabei allerdings auch, je nach Therapie, mit deutlich höheren Kosten, da gesetzliche Krankenkassen in der Regel nicht für durch Detailphobie indizierte  Sonderbehandlunen augkommen.

Und was ist mit den "harten Fällen"? Bei Menschen die unter schwerer Dentalphobie leiden, schlägt sich das auch sozial nieder. Karies, Beläge, Zahnstein und Parodontose führen schnell zu Mundgeruch, das ist den Betroffenen sehr peinlich. Sie lächeln seltener und brechen soziale Kontakte ab. Hilfe bekommen Angstpatienten in letzter Instanz beim Psychotherapeuten. In der Therapie lernen sie, mit ihren Ängsten umzugehen, ihnen auf den Grund zu gehen und sie selbst auszuschalten. Die Angst vor dem Zahnarzt ist in der Regel nicht angeboren, sondern wird durch ein traumatisches Erlebnis oder elterliche Vorbilder erlernt. Und so, wie eine Angst erlernt wird, wird auch mutiges Verhalten gelernt. Sogenannte Stressimpfungen sind eine weitere Möglichkeit, und dann gibt es da noch Zahnärzte, die mit Hypnose, Akupunktur oder Ablenkungen arbeiten. Nicht nur Kinderzahnärzte haben einen Bildschirm für das Abspielen von Filmen über dem Behandlungsstuhl hängen. Welche Behandlung der Patient bevorzugt, ist ganz individuell.