Steuerexperte müsste man sein - ein Beruf mit vielen Perspektiven

Wer tagelang an seiner Steuererklärung sitzt weiss nur zu gut, wie kompliziert das Steuerrecht ist. Daher halten viele Menschen die Tätigkeit des Steuerexperten für einen langweiligen Beruf. Dabei handelt es sich um ein modernes Berufsfeld mit großen Chancen. Wer eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit Kundenkontakt sucht und über eine Affinität zu Zahlen verfügt, bringt die besten Voraussetzungen mit. Ideal ist es, aus einem wirtschaftswissenschaftlichem Studium oder einer kaufmännischen Ausbildung ökonomische und kaufmännische Vorkenntnisse mitzubringen. Ist für den Laien schon das nationale Steuerrecht ein Buch mit sieben Siegeln, so ist es fast unmöglich, die Bestimmungen auf internationaler Ebene zu durchschauen. Vor allem für mittelständische Unternehmen wird dies aber immer wichtiger, um sich am Markt zu behaupten.

Die Globalisierung der Wirtschaft und die europäische Integration erzeugen einen zunehmenden Bedarf an Prüfungs- und Beratungsleistungen auf internationaler Ebene. Gegenstände wie Steuerwettbewerb, internationale Besteuerung, Doppelbesteuerungsabkommen, Mehrwertsteuer im Kontext der EU und Außensteuerrecht erfordern Expertenwissen, das weit über nationales Steuerrecht hinausreicht. Wer auf diesen Feldern seine Fachkenntnisse erweitert kann Berufschancen multiplizieren. Zudem eröffnet die Internationalisierung Aussicht auf einen breiteren Kundenstamm.

Die Inhalte einer Ausbildung zum Steuerberater und diplomiertem Steuerexperten sind anspruchsvoll. Die verschiedenen Steuerarten wie Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer oder Gewerbesteuer und ihre Anwendung machen die Materie kompliziert. Dafür ist das erworbene Wissen praktisch anwendbar und garantiert beste berufliche Zukunftschancen. In der Schweiz existiert keine explizite Zugangsbeschränkung für den Beruf des Steuerberaters bzw. Treuhänders. Wer es mit seiner Karriere als Steuerexperte ernst meint, bemüht sich daher um eine Prüfung zum diplomierten Steuerexperten bei der Trägerorganisation für die höhere Fachprüfung für Steuerexperten, einer Initiative der  Schweizerischen Vereinigung diplomierter Steuerexperten (SVDS), dem Schweizer Anwaltsverband (SAV) und weiteren Institutionen. In Deutschland wird die Ausbildung zum Steuerberater durch das Steuerberatungsgesetz geregelt. Bevor man die Steuerberaterprüfung ablegen kann sind je nach Ausbildungsgang 7 bis 10 Jahre kaufmännische Berufserfahrung erforderlich. Erfüllt man die Voraussetzungen, kann man sich in zertifizierten Lehrgängen auf die Steuerberaterprüfung vorbereiten. Diese Lehrgänge werden auch berufsbegleitend angeboten. Zu den prüfungsrelevanten Inhalten zählen Verkehrs- und Verbrauchssteuern, Grundsteuer, Verfahrensrecht, Erbschaftssteuer, Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht, Zollrecht, Handelsrecht. Außerdem werden volks- und betriebswirtschaftliche und juristische Kenntnisse verlangt. Nach bestandener Steuerberaterprüfung wird man auf Antrag von der Steuerberaterkammer für den Berufszweig zugelassen.